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Old 07.01.2012, 19:56
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Originally Posted by Jiaz View Post
1.) In Deutschland haftet der Anschlussinhaber, sofern du NICHT nachweisen kannst das du es warst
-im falle von TOR nodes kannst du dies nachweisen da
--Logfiles (sofern du keine hast Doof gelaufen)
--den Betrieb der TOR node nachweisen kannst (durch das TOR netzwerk)
Aber einen lokalen Proxy Server...Ohne Logfiles/Ohne Programm ohne Irgendwas...wird schlecht zum Nachweisen.
JA, du bist in der Pflicht zu beweisen das du es nicht warst..ein einfaches..das war ein Proxy reicht hier nicht.
Nun, ich denke hier muss unterschieden werden, um was es geht.

Es ist halt sehr schwierig. Ob wir vom Strafrecht oder Zivilrecht sprechen.

1) Ist man Staatsfeind Nr. 1, böser Terrorist, dann bringt der manipulierte IP-Header genau 0,0. Geheimdienst und/oder Polizei fragen dann die IP vom Proxy beim Provider an und machen auf jeden Fall eine Hausdurchsuchung.

2) Ich hasse das Wort Kinderporno. Aber hier gilt das gleiche wie bei 1). Man bekommt auf jeden Fall Besuch von der Polizei, wegen so einem kleinen Trick lassen die sich bestimmt nicht abwimmeln.

3) MP3-Download, was harmloses von bsp. "den Beatles" oder halt ein neuer Kinofilm... Hier müsste man sich schon beim Uploaden erwischen lassen, es gewerbsmäßig betreiben o.ä. um das Interesse der Polizei zu wecken.

4) Wieder MP3-Download, oder halt ein neuer Kinofilm... Hier Fragen die Rechteinhaber übers Gericht an, wer hinter der IP steckt... Hier und genau nur HIER werden die manipulierten IP-Header interessant.

siehe **External links are only visible to Support Staff****External links are only visible to Support Staff**

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OLG Köln hat Zweifel an der zuverlässigen Ermittlung von IP-Adressen (OLG Köln, Beschluss vom 10.02.2011 – 6 W 5/11)

Dass es bei Ermittlung des Anschlussinhabers offensichtlich auch zu Fehlern kommt, zeigt eine Entscheidung des OLG Köln (Beschluss vom 10.02.2011 – 6 W 5/11). Dort hatte sich ein Betroffener im Rahmen einer Beschwerde gegen den zuvor ergangenen Beschluss des LG Köln nach § 101 Abs. 9 UrhG gewandt. Ein Beschluss nach § 101 Abs. 9 UrhG verpflichtet, wie oben beschrieben, den Internet-Service-Provider, für bestimmte IP-Adressen und zugehörige Zeiten die Anschlussinhaberdaten herauszugeben. Der Beschwerdeführer brachte unter anderem vor, dass Auskunft für an unterschiedlichen Tagen offensichtlich identisch vergebene IP-Adressen verlangt worden sei. Identische IP-Adressen über mehrere Tagen hinweg seien angesichts der Tatsache, dass dynamische IP-Adressen regelmäßig nach 24 Stunden neu vergeben würden, sehr ungewöhnlich, und ließen auf Fehler bei der Protokollierung und / oder Ermittling der Adressen schließen. Dieser Argumentation ist das OLG Köln im Ergebnis gefolgt und hat der Beschwerde stattgegeben.
Ist zwar nicht genau das mit dem angeblichen Proxyserver, aber ähnlich.

Nochmal.
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--Logfiles (sofern du keine hast Doof gelaufen)
Das mit den Logfiles ist aber nur für Strafverfolgungsbehörden interessant. Die Rechteinhaber (Zivilrecht) haben kein Anrecht auf Logfiles vom einen Proxy.

Bisher habe ich noch keinen Fall gefunden, wo die Rechteinhaber mit einem Log vor Gericht nach den IP-Daten angefragt hätten, in dem angeblich so ein transparenter Proxy benutzt wurde.

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Originally Posted by Jiaz View Post
2.) LAN IP's gehen nicht, musst schon WAN IP's nehmen
LAN-IP's sind doch auch gut. So könnte ich immer behaupten, ich habe allen meinen Bekannten zur LAN-Party Zugriff auf den Proxy gegeben. Nur leider haben wir uns zerstritten, weil sie nichts zum Strom dazu geben wollten und ich habe deren Nummer gelöscht und weiß nicht wo sie wohnen.

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Originally Posted by Jiaz View Post
wen würdest du denn Anprangern
Ich denke der JD sollte erlauben, dass der User diese Einstellungen selbst vornehmen muss, um auf der legalen Seite zu bleiben. Denn der User bestimmt ja auch was er herunterlädt und das JD-Team hat damit nichts zu tun. Genau so sollte das dann mit den IP-Headern sein.

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Originally Posted by Jiaz View Post
3.) optional per ADDON würde das nicht gehen, da die HTTP Header viel zu Tief im System sitzen
Dann geht es natürlich nicht als Addon und müsste direkt in den JD rein. Wie gesagt, alle Einstellungen müsste der User selbst vornehmen und dafür verantwortlich sein.

Wer eine WAN-IP anprangern will sollte dann wenigstens welche nehmen aus Ländern, die zur Zeit definitiv nicht mit deutschen Behörden wegen Urheberrechtsverletzungen zusammen arbeiten. Wenn es soweit ist würde ich mich mal nach dem Iran, Miramar/Burma und/oder China erkundigen. Eventuell IP's die nicht vergeben werden. Da müsste man noch genauer drüber nachdenken.

Nur, das hier ist ein extrem schwieriges rechtliches Thema... Es gibt bisher keinerlei Gerichtsentscheidungen, wo ein Rechteinhaber angefragt hat, obwohl das Log behauptet hat, es wäre ein Proxy.

OB es was bringt oder bringen würde, kann man momentan noch schlecht sagen. Bisher haben die Filehoster noch keine IPs von Downloadern herausgegeben. Momentan noch nicht "Mode", aber man kann ja vorbereitet sein. Nur bei Uploadern gab es mal einen Fall, in dem IPs herausgegeben wurden.

Aber es KÖNNTE etwas bringen... Wissen genau wisen wir das erst, wenn die Rechtsinhaber mal anfragen und die Gerichte von dem Log verwirrt sind und nein sagen.

Risiken und Nachteile sehe ich keine.
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